Die K├Ânigin des Gebetes: Der Heilige Rosenkranz

Der Heiligste Rosenkranz und verschiedene andere Rosenkranzgebete, die vom Himmel ├╝bermittelt wurden

Der Rosenkranz der Sieben Schmerzen Mariens

Der Usprung dieses wertvollen Rosenkranzes geht auf den Servitenorden zur├╝ck. Diese Ordensgemeinschaft wurde im 13. Jahrhundert auf dem Berg Szenario bei Florenz von sieben heiligen Stiftern gegr├╝ndet. Er gelangte zu neuer Popularit├Ąt durch die Marienerscheinung in Kibeho, Ruanda.

Erscheinung in Kibeho, Ruanda

Am 28. November 1981, zu einer Zeit zunehmender Spannungen zwischen den Tutsis und den Hutus in Ruanda, erschien Maria drei jungen M├Ądchen am Kibeho College, einer weiterf├╝hrenden Schule f├╝r M├Ądchen. In einer der m├Ąchtigsten Erscheinungen teilte Maria mit den M├Ądchen eine apokalyptische Vision von Ruanda, das in Gewalt, Horror und Hass versinkt. Sie sagte, wenn die Menschen nicht umkehrten, w├╝rden es bald entsetzlich sein. R├╝ckblickendÔÇŽ und ein Zeichen f├╝r die Echtheit der Marienerscheinung, verfiel Ruanda in einen B├╝rgerkrieg und der V├Âlkermord in Ruanda im Jahr 1994 forderte ├╝ber 800.000 Menschenleben.

Alphonsine, Marie Claire und Anathalie

Die Gottesmutter bat Marie-Claire, den Sieben-Schmerzen-Rosenkranz (zus├Ątzlich zum normalen Rosenkranz) zu beten und bei den Menschen wieder bekannt zu machen. Marie-Claire wurde 1994 w├Ąhrend des Genozids in Ruanda ermordet.

Wenn ihr den Sieben-Schmerzen-Rosenkranz betet und and├Ąchtig betrachtet, werdet ihr die n├Âtige Kraft finden, um eure S├╝nden zu bereuen und eure Herzen zu bekehren. Die Welt ist taub geworden und kann die Wahrheit des Wortes Gottes nicht mehr h├Âren. Heute sind die Menschen nicht mehr dazu f├Ąhig, f├╝r das Unrecht, das sie durch die S├╝nde begangen haben, um Verzeihung zu bitten; sie schlagen den Sohn Gottes immer wieder ans Kreuz.

Deshalb bin ich hierhergekommen. Ich bin gekommen, um die Welt - und insbesondere euch hier in Ruanda, wo ich noch dem├╝tige Seelen und Menschen finde, die nicht am Geld oder Reichtum h├Ąngen - daran zu erinnern, mit offenem Herzen auf meine Worte zu h├Âren: Betet meinen Sieben-Schmerzen-Rosenkranz, um eure S├╝nden zu bereuen.

Gebetsanleitung

Bei einer ihrer Erscheinungen hat die selige Jungfrau Marie-Claire empfohlen, ihn sooft wie nur m├Âglich, aber vor allem Dienstags und Freitags zu beten: Dienstags, weil die Muttergottes Marie-Claire an diesem Wochentag zum ersten Mal erschienen ist, und Freitags, weil Christus an diesem Wochentag gekreuzigt worden ist. Die Muttergottes hat au├čerdem betont, dass der Sieben-Schmerzen-Rosenkranz als Erg├Ąnzung und keinesfalls als Ersatz f├╝r den herk├Âmmlichen Rosenkranz gedacht ist.

Er├Âffnungsgebet

Mein Gott, ich bringe Dir diesen Rosenkranz dar, um Dich zu verherrlichen und Deine heiligste Mutter, die selige Jungfrau Maria, zu ehren, ihre Leiden zu betrachten und daran Anteil zu nehmen. Dem├╝tig bitte ich Dich, dass Du mir wahre Reue ├╝ber all meine S├╝nden verleihst. Gew├Ąhre mir Weisheit und Demut, damit ich alle Abl├Ąsse empfange, die in diesem Gebet enthalten sind.

Reueakt

Mein Gott, aus ganzem Herzen bereue ich alle meine S├╝nden, nicht nur wegen der gerechten Strafen, die ich daf├╝r verdient habe, sondern vor allem, weil ich Dich beleidigt habe, das h├Âchste Gut, das w├╝rdig ist, ├╝ber alles geliebt zu werden. Darum nehme ich mir fest vor, mithilfe Deiner Gnade nicht mehr zu s├╝ndigen und die Gelegenheiten zur S├╝nde zu meiden. Amen.

Anordnung der Gebete

Der Rosenkranz besteht aus sieben Ges├Ątzen zum Gedenken an die sieben Schmerzen Mariens. Er wird begonnen wie der normale Rosenkranz: Bei der gro├čen Medaille macht man das Kreuzzeichen, betet das Apostolische Glaubensbekenntnis (1), das Ehre sei dem Vater (2) und das Vater Unser (3). Es folgen drei Perlen, bei denen je ein Gegr├╝├čet seist du, Maria (4) gebetet wird, mit den Einsch├╝ben vom normalen Rosenkranz.
Bei der folgenden Medaille wird wiederum ein Ehre sei dem Vater (2) gebet. Da beginnen nun auch die sieben Ges├Ątze zu den sieben Schmerzen (I-VII) bestehend aus einem Vater Unser (3) und sieben Gegr├╝├čet seist du, Maria (4), denen jeweils ein Geheimnis eingeschoben wird.

Divine Mercy Chaplet Beads

Einsch├╝be bei den ersten drei Perlen

(4.1) ... Jesus, Der in uns den Glauben vermehre.

(4.2) ... Jesus, Der in uns die Hoffnung st├Ąrke.

(4.3) ... Jesus, Der in uns die Liebe entz├╝nde.

Einsch├╝be zu den sieben Geheimnissen

(I) ... Jesus, dessen Leiden dir, oh Jungfrau, zu deinem gro├čen Schmerz von Simeon geweissagt wurde.

(II) ... Jesus, mit dem du, oh Jungfrau, zu deinem gro├čen Schmerz nach ├ägypten geflohen bist.

(III) ... Jesus, den du, oh Jungfrau, zu deinem gro├čen Schmerz drei Tage lang gesucht hast.

(IV) ... Jesus, der dir, oh Jungfrau, zu deinem gro├čen Schmerz mit dem schweren Kreuz begegnet ist.

(V) ... Jesus, unter dessen Kreuz du, oh Jungfrau, von Schmerzen durchbohrt, gestanden bist.

(VI) ... Jesus, dessen Leichnam dir, oh Jungfrau, zu deinem gro├čen Schmerz in den Scho├č gelegt worden ist.

(VII) ... Jesus, den du, oh Jungfrau, zu deinem gro├čen Schmerz zu Grabe getragen hast.

Gebet zum Abschluss

Maria, die du ohne S├╝nde empfangen wurdest und f├╝r uns gelitten hast, bitte f├╝r uns! (dreimal wiederholen)

Betrachtungen zu den Sieben Schmerzen

Der Erste Schmerz Mariens (I)

Die Weissagung des greisen Simeon (vgl. Lk 2,22-35)

Die selige Jungfrau Maria brachte Jesus in den Tempel, weil jede m├Ąnnliche Erstgeburt Gott im Tempel geweiht werden sollte; dies entsprach der Tradition. Im Tempel nahm der greise Priester Simeon das Jesuskind in seine Arme und sein Geist wurde vom Heiligen Geist erf├╝llt. Simeon erkannte in Jesus den verhei├čenen Erl├Âser, hielt das Kind zum Himmel empor und dankte Gott, dass ihm sein Wunsch erf├╝llt worden war, lange genug gelebt zu haben, um dem Messias noch zu begegnen.

Nun l├Ąsst Du, Herr, deinen Knecht, wie Du gesagt hast, in Frieden scheiden, sagte er. Dann sah er Maria an und erkl├Ąrte: Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen wegen all der Leiden, die deinem Kind widerfahren werden.

Die selige Jungfrau Maria wusste, dass sie den Erl├Âser der Menschheit geboren hatte. Sie verstand Simeons Weissagung sofort und glaubte seinen Worten. Die Gnade, das Jesuskind zur Welt bringen zu d├╝rfen, hatte sie zutiefst ber├╝hrt, und doch war ihr das Herz schwer vor Sorge, weil sie wusste, was ├╝ber den qualvollen Tod des Erl├Âsers geschrieben stand. Immer, wenn sie ihren Sohn ansah, wurde sie an das Leiden erinnert, das Er auf sich nehmen sollte, und dieses Leiden wurde zu ihrem eigenen.

- Gebet -

Geliebte Mutter Maria, unseretwegen hat dein Herz unertr├Ąglich gelitten. Lehre uns, mit dir und aus Liebe zu leiden und alles Leid zu ertragen, das uns zu senden Gott f├╝r notwendig h├Ąlt. Wir wollen das Leiden auf uns nehmen und bitten dich, dass unser Leid genau wie das Deine und wie das Leiden Jesu Gott allein bekannt ist. Lass nicht zu, dass wir der Welt unseren Schmerz und unser Leiden zeigen, damit es mehr bewirken und als S├╝hne f├╝r die S├╝nden der Welt dienen kann. Dir, Mutter, die du mit dem Erl├Âser der Welt gelitten hast, bringen wir unser Leiden und das Leiden der ganzen Welt dar, weil wir deine Kinder sind. Vereinige dieses Leiden mit deinem eigenen und mit dem Leiden unseres Herrn Jesus Christus und bringe es Gott, dem Vater, dar. Du bist die beste aller M├╝tter.

Der Zweite Schmerz Mariens (II)

Die Flucht nach Ägypten (vgl. Mt 2,13-15)

Maria brach das Herz und ihre Seele war voller Angst, als Josef ihr erz├Ąhlte, was der Engel zu ihm gesagt hatte: dass sie rasch aufstehen und nach ├ägypten fliehen sollten, weil Herodes Jesus t├Âten wollte. Die selige Jungfrau Maria hatte kaum Zeit zu entscheiden, was sie mitnehmen oder zur├╝cklassen sollte. Sie nahm das Kind, lie├č alles andere liegen und lief noch vor Josef zur T├╝r hinaus, weil Gott wollte, dass sie sich beeilten. Dann sagte sie: ┬╗Obwohl Gott allm├Ąchtig ist, will Er, dass wir mit Jesus, seinem Sohn, fliehen. Gott wird uns den Weg zeigen und wir werden unser Ziel erreichen, ohne dass der Feind uns einholt.┬ź

Weil die selige Jungfrau die Mutter Jesu war, liebte sie Ihn ├╝ber alles. Ihr Herz war zutiefst betr├╝bt, als sie sehen musste, welchen Strapazen der S├Ąugling ausgesetzt war, und sie litt sehr, weil Er fror und vor K├Ąlte zitterte. Obwohl auch sie selbst und Josef w├Ąhrend der langen Reise ersch├Âpft, m├╝de und hungrig waren, dachte Maria immer nur an die Sicherheit und das Wohlergehen ihres Kindes. Sie hatte Angst, dass die Soldaten, die den Befehl hatten, Jesus zu t├Âten, sie einholen k├Ânnten, denn ihr war bewusst, dass der Feind noch immer in Bethlehem war. W├Ąhrend der Flucht war ihr Herz best├Ąndig in Sorge. Au├čerdem wusste sie, dass sie zu einem Ort unterwegs waren, wo man sie nicht freundlich willkommen hei├čen w├╝rde.

- Gebet -

Geliebte Mutter, du hast so viel gelitten. Gib uns dein mutiges Herz. Gib uns Kraft, damit wir so tapfer sein k├Ânnen wie du und das Leid, das Gott uns schickt, aus Liebe annehmen. Hilf uns, sowohl all das Leid anzunehmen, das wir selbst verursachten, als auch das Leid, das andere uns zuf├╝gen. Himmlische Mutter, du allein l├Ąuterst unser Leiden, sodass wir Gott die Ehre geben k├Ânnen zur Rettung unserer Seelen.

Der Dritte Schmerz Mariens (III)

Jesus geht im Tempel verloren (vgl. Lk 2,41-52)

Jesus war Gottes eingeborener Sohn, aber er war auch Marias Kind. Die selige Jungfrau Maria liebte Jesus mehr als sich selbst, weil Er zugleich Gott war. Verglichen mit anderen Kindern war er einzigartig, denn Er war schon jetzt wahrer Gott. Als die Jungfrau Maria Jesus auf dem R├╝ckweg von Jerusalem nicht finden konnte, wurde der Kummer so gro├č und sie f├╝hlte sich so einsam, dass sie glaubte, sie k├Ânnte ohne Ihn nicht weiterleben. (Sie f├╝hlte denselben Schmerz, den ihr Sohn sp├Ąter f├╝hlen sollte, als Seine Apostel Ihn w├Ąhrend Seines Leidens im Stich lie├čen.)

Als die Gottesmutter voller Angst nach ihrem geliebten Kind suchte, stieg eine bittere Qual in ihrem Herzen auf. Sie machte sich Vorw├╝rfe, weil sie nicht besser auf Ihn achtgegeben hatte. Doch es war nicht ihre Schuld; Jesus brauchte ihren Schutz nicht mehr. Was Maria eigentlich wehtat, war, dass ihr Sohn zur├╝ckgeblieben war, ohne um Erlaubnis zu fragen. Bisher hatte Jesus ihr in allem immer nur Freude gemacht. Nie hatte Er seinen Eltern ├ärger bereitet. Doch sie wusste, dass Er immer tat, was notwendig war, und so kam es ihr gar nicht in den Sinn, dass Er aus Ungehorsam gehandelt haben k├Ânnte.

- Gebet -

Geliebte Mutter, lehre uns, unserer S├╝nden wegen und als S├╝hne f├╝r die S├╝nden der ganzen Welt all unsere Leiden anzunehmen.

Der Vierte Schmerz Mariens (IV)

Maria begegnet Jesus auf dem Weg nach Golgatha (vgl. Lk 23,27-31)

Maria sah, wie Jesus allein das schwere Kreuz tragen musste - das Kreuz, an dem Er gekreuzigt werden sollte. Das war keine ├ťberraschung f├╝r die selige Jungfrau Maria, denn sie wusste schon, dass unser Herr sterben musste. Sie sah, wie sehr die vielen und brutalen Gei├čelhiebe der Soldaten ihren Sohn bereits geschw├Ącht hatten, und Seine Qualen bereiteten ihr uns├Ąglichen Kummer.

Die Soldaten trieben Ihn voran, obwohl Er am Ende Seiner Kr├Ąfte war. Ersch├Âpft st├╝rzte Er zu Boden und konnte nicht mehr selbst aufstehen. In diesem Moment begegnete Marias z├Ąrtlicher, liebevoller und mitf├╝hlender Blick den gequ├Ąlten, blutunterlaufenen Augen ihres Sohnes. Ihre Herzen schienen die Last zu teilen; jede einzelne Seiner Qualen empfand sie mit Ihm. Sie wussten, dass sie nichts tun konnten, au├čer an Gott zu glauben und Ihm zu vertrauen und Ihm ihr Leiden aufzuopfern. Sie konnten nur alles in Gottes H├Ąnde legen.

- Gebet -

Geliebte Mutter, du von Gram Gebeugte, hilf uns, unser eigenes Leid mit Mut und Liebe zu ertragen, damit wir deinem kummervollen Herzen und dem Herzen Jesus Erleichterung verschaffen k├Ânnen. M├Âgen wir dies zur Ehre Gottes tun, Der der Menschheit dich und Jesus geschenkt hat. Lehre uns, still und geduldig zu leiden, wie du es getan hast. Erwirke uns die Gnade, Gott in allem zu lieben. Oh Mutter der Schmerzen, Betr├╝bteste aller M├╝tter, erbarme dich der S├╝nder der ganzen Welt.

Der F├╝nfte Schmerz Mariens (V)

Maria steht unter dem Kreuz (vgl. Joh 19,25-27)

Die selige Jungfrau Maria folgte ihrem Sohn nach Golgatha. Sie war von Qual und Kummer gebeugt, doch sie litt schweigend. Sie sah Ihn noch einige Male taumeln und unter der Last des Kreuzes zu Boden st├╝rzen, und sie sah, wie die Soldaten ihren Sohn schlugen und an den Haaren zogen, damit Er wieder aufstand.

Obwohl Er unschuldig war, wurde Jesus, als Er auf dem Kalvarienberg angekommen war, den versammelten Menschen vorgef├╝hrt, damit sie ├╝ber Ihn lachen konnten. Maria empfand die Qual und die Dem├╝tigung ihres Sohnes von ganzem Herzen mit - vor allem, als seine Peiniger Ihn zwangen, das, was von seinen Kleidern noch ├╝brig geblieben war, auszuziehen. Die selige Jungfrau Maria litt entsetzlich, als sie zusehen musste, wie diese grausamen Menschen ihren Sohn ohne Seine Kleider ans Kreuz schlugen und Ihn besch├Ąmten, nur um die geifernde Menge zu belustigen. (Jesus und Maria empfanden diese Schmach tiefer als andere Menschen, weil Sie heilig und ohne S├╝nde waren.)

Die Muttergottes empfand uns├Ąglichen Schmerz, als Jesus mit ausgestreckten Armen auf das Kreuz gelegt wurde. Seine Henker tr├Ąllerten vergn├╝gt vor sich hin, als sie mit H├Ąmmern und N├Ągeln zu Ihm hintraten. Sie setzten sich mit ihrem ganzen Gewicht auf Ihn, sodass Er sich nicht r├╝hren konnte, w├Ąhrend sie Ihn ans Kreuz schlugen. Als sie die N├Ągel durch Seine H├Ąnde und F├╝├če trieben, f├╝hlte Maria die Hammerschl├Ąge in ihrem Herzen; die N├Ągel drangen ihr ins eigene Fleisch, w├Ąhrend sie die Gliedma├čen ihres Sohnes durchbohrten. Sie war nahe daran, ohnm├Ąchtig zu werden.

Als die Soldaten das Kreuz anhoben, um es in das Loch zu stellen, das sie gegraben hatten, gaben sie ihm einen absichtlichen Ruck, sodass das Fleisch an Jesu H├Ąnden unter dem Gewicht seines K├Ârpers zerfetzte und die Knochen freilagen. Der Schmerz schoss durch seinen K├Ârper wie fl├╝ssiges Feuer. Drei qualvolle Stunden hing Er ausgestreckt am Kreuz, doch die physische Qual war nichts gegen den seelischen Schmerz, den Er erdulden musste, weil Er Seine Mutter zu F├╝├čen des Kreuzes leiden sah. Als der Tod endlich eintrat, war es eine Erl├Âsung.

- Gebet -

Geliebte Mutter, K├Ânigin der M├Ąrtyrer, gib uns den Mut, mit dem du selbst all deine Leiden ertragen hast, damit wir unser Leid mit dem Deinen vereinen und Gott die Ehre geben. Hilf uns, seine Gebote und die der Kirche zu halten, damit das Opfer unseres Herrn nicht vergeblich gewesen ist und alle S├╝nder auf der Welt gerettet werden.

Der Sechste Schmerz Mariens (VI)

Jesu Leichnam wird in den Scho├č Seiner Mutter gelegt (vgl. Joh 19,38-40)

Jesu Freunde Josef und Nikodemus nahmen Seinen Leichnam vom Kreuz ab und legten Ihn in die ausgestreckten Arme der Muttergottes. Dann wusch Maria Seinen Leib und sie tat dies mit tiefstem Respekt und voller Liebe, weil sie Seine Mutter war: Sie wusste besser als alle anderen, dass er der menschgewordene Gott war, der einen menschlichen Leib angenommen hatte, um der Erl├Âser aller Menschen zu werden.

Maria sah die entsetzlichen Wunden der Gei├čelhiebe, die Jesus bei Pilatus erhalten hatte. Sein Fleisch war zerfetzt und die Haut war in Streifen von seinem R├╝cken abgeplatzt. Sein ganzer Leib war so geschunden, dass er von Kopf bis Fu├č mit klaffenden Wunden ├╝bers├Ąt war. Maria sah, dass die Wunden der N├Ągel weniger schlimm waren als die, die ihm durch die Gei├čelung und die Last des Kreuzes zugef├╝gt worden waren. Ihr schauderte bei dem Gedanken, dass ihr Sohn das schwere, raue Holzkreuz den ganzen Weg bis hinauf nach Golgatha getragen hatte. Sie sah den Kranz der blutigen Wunden, die die Dornenkrone auf seiner Stirn hinterlassen hatte, und musste zu ihrem Entsetzen feststellen, dass viele der spitzen Dornen sogar tief in seinen Kopf eingedrungen waren.

Als sie ihren toten Sohn ansah, wusste sie, dass Sein qualvolles Sterben sehr viel schlimmer gewesen war als jede Folter, mit der die niedertr├Ąchtigsten Verbrecher bestraft wurden. W├Ąhrend sie Seinen gemarterten Leib wusch, erschienen vor ihrem inneren Auge die verschiedenen Stationen seines kurzen Lebens: Sie erinnerte sich an ihren ersten Blick auf sein sch├Ânes Gesichtlein, als er gerade geboren worden war und in der Krippe lag, und an jeden weiteren Tag bis hin zu diesem herzzerrei├čenden Augenblick, als sie sanft seinen leblosen K├Ârper wusch. Unter unbarmherzigen Qualen bereitete sie ihren Sohn und Herrn auf das Begr├Ąbnis vor, doch sie blieb tapfer und stark und wurde so die wahre K├Ânigin der M├Ąrtyrer. W├Ąhrend sie ihren Sohn wusch, betete sie, dass es allen Menschen verg├Ânnt sein m├Âge, die Himmelstore zu durchschreiten und in das Reich Gottes zu gelangen. Sie betete, dass jede Seele in der Welt sich der Liebe Gottes ├Âffnen m├Âge, damit der grausame Tod ihres Sohnes nicht vergeblich war, sondern der ganzen Menschheit zum Segen gereiche. Maria betete f├╝r die Welt; sie betete f├╝r jeden von uns.

- Gebet -

Wir danken dir, geliebte Mutter, f├╝r deinen Mut, mit dem du unter dem Kreuz gestanden hast, um dein sterbendes Kind zu tr├Âsten. Als unser Erl├Âser Seinen letzten Atemzug tat, wurdest du unser aller wunderbare Mutter: Du wurdest die heiligste Mutter der ganzen Welt. Wir wissen, dass du uns mehr liebst als unsere eigenen Eltern. Wir flehen dich an, beim Thron der Barmherzigkeit und Gnade f├╝r uns F├╝rsprache zu halten, damit wir wirklich deine Kinder werden k├Ânnen. Wir danken dir f├╝r Jesus, unseren Heiland und Erl├Âser, und wir danken Jesus, dass Er dich uns gegeben hat. Bitte f├╝r uns, Mutter.

Der Siebte Schmerz Mariens (VII)

Jesus wird ins Grab gelegt (vgl. Joh 19,41-42)

Das Leben der seligen Jungfrau Maria war so eng mit dem Leben Jesu verbunden, dass sie nicht mehr wusste, wie sie ohne ihn weiterleben sollte. Ihr einziger Trost war, dass Sein Tod Seinem unaussprechlichen Leiden ein Ende gesetzt hatte. So legte unsere schmerzensreiche Mutter mithilfe von Johannes und der anderen Frauen den Leichnam Jesu ehrerbietig in das Grab und sie lie├č Ihn dort zur├╝ck, wie es dem Brauch entsprach. Von gro├čer Trauer und entsetzlichem Kummer erf├╝llt, verlie├č sie den Ort. Zum ersten Mal war Er nicht mehr unter den Lebenden und ihre Einsamkeit war eine neue, bittere Quelle des Leidens. Ihr Herz lag im Sterben, seit das Herz ihres Sohnes aufgeh├Ârt hatte zu schlagen, doch sie war sicher, dass unser Erl├Âser bald auferstehen w├╝rde.

- Gebet -

Geliebte Mutter, die du sch├Âner bist als alle M├╝tter, Mutter der Barmherzigkeit, Mutter Jesu und unser aller Mutter, wir sind deine Kinder und wir vertrauen auf dich. Lehre uns, Gott in allen Dingen und allen Situationen und selbst im Leiden zu sehen. Hilf uns, die Bedeutung unseres Leidens zu verstehen und auch den Sinn zu erkennen, den Gott unserem Leiden geben will.

Du selbst wurdest ohne S├╝nde empfangen und geboren und bist vor aller S├╝nde bewahrt geblieben, und doch hast du mehr gelitten als irgendjemand sonst. Du hast das Leid und die Qual voller Liebe und mit unvergleichlichem Mut ertragen. Du hast deinem Sohn vom Zeitpunkt Seiner Verhaftung bis zum Augenblick Seines Todes beigestanden. Du hast mit Ihm gelitten und all Seine Qualen und Schmerzen mit Ihm gef├╝hlt. Du hast den Willen Gottes, des Vaters, erf├╝llt; und Seinem Willen gem├Ą├č bist du mit Jesus unsere Miterl├Âserin geworden. Mutter, wir flehen zu dir: Lehre uns zu leben, wie Jesus es uns mit Seinem Beispiel gezeigt hat. Lehre uns, unser Kreuz mutig anzunehmen. Wir vertrauen dir, g├╝tigste Mutter, dass du uns lehrst, f├╝r alle S├╝nder der Welt Opfer zu bringen. Hilf uns, dass wir in die Nachfolge Christi eintreten und sogar bereit sein werden, f├╝r andere unser Leben hinzugeben.

Schlussgebet

K├Ânigin der M├Ąrtyrer, dein Herz hat so viel gelitten. Ich bitte dich um der Tr├Ąnen willen, die du in diesen furchtbaren und schmerzensreichen Zeiten vergossen hast, mir und allen S├╝ndern der Welt die Gnade der vollkommenen und aufrichtigen Reue zu erwirken. Amen.

 
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